Chronik

 
1946 - Wie alles begann
Im April 1946 wurde ein Transport von Heimatvertriebenen aus der sudetendeutschen Stadt Graslitz und Umgebung in die verwahrlosten Fremdarbeiterbaracken der ehemaligen Munitionsfabrik in Gartenberg (jetzt Ortsteil von Geretsried) eingewiesen. Am Sonntag, den 03. Juli 1946 brach nachmittags  in einer dieser Baracken ein Brand aus. Sie wurde vollständig zerstört, zwei weitere schwer in Mitleidenschaft gezogen. 35 Familien wurden drei Jahre nach Ihrer Vertreibung wieder obdachlos. Einige Wochen nach dem Barackenbrand erließ die Lagerleitung einen Aufruf an die männlichen Lagerinsassen, sich zur Gründung einer Lagerfeuerwehr zu melden.
Am Samstag, den 08. Oktober fand nachmittags die erste Übung statt. An Gerät hatte die Lagerleitung inzwischen vom Flüchtlingsamt eine Tragkraftspritze sowie einige Schläuche und Strahlrohre besorgt. Als Transportfahrzeug diente ein alter Handwagen. Am 16.11.1949 war abends dann die Erste Feuerwehr-Sitzung mit Wahl der Kommandanten und somit die offizielle Gründung der Feuerwehr vollzogen.
Am 01. April 1950 wurde Geretsried selbständige Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss damals die ehemalige Lagerfeuerwehr Gartenberg als Freiwillige Feuerwehr Geretsried in die Gemeinde zu übernehmen. In diesem Jahr erhielt die Truppe das erste Löschfahrzeug (LF 15) für den symbolischen Pachtwert von 1,-- DM von der ehemaligen Munitionsfabrik. Im Jahre 1951 wurde auch das Feuerwehrhaus Gartenberg bezogen. Dieses Gebäude diente zuvor als Stützpunkt der Werkfeuerwehr.
 
Die Jahre 1950 bis 1959
 
1956 veranstaltete das Landesamt für Feuerschutz mit der „beweglichen Feuerwehrgrundschule“ einen zweitätigen Lehrgang in Geretsried. Hierbei wurde eine spezielle Maschinistenschulung sowie ein Lehrgang nach Übungsordnung „ Die Löschgruppe“ in Theorie und Praxis durchgeführt.
1958 wurde in Geretsried, nach Bezug der Wache Gartenberg und der zwischenzeitlich gegründeten Löschgruppe Stein, ein drittes Gerätehaus gebaut. Als Fahrzeug diente ein gebrauchter LkW mit Plane und Sitzbänken auf der Ladefläche.
 
Die Jahre 1960 bis 1969
 
Als eine der ersten Wehren in Bayern, legte die Feuerwehr Geretsried im Jahre 1961 das Leistungsabzeichen in Bronze ab. Die ersten Pressluftatmer wurden in Dienst gestellt. Durch den Luftschutz-Hilfs-Dienst erfolgte 1963 die Zuteilung von drei Fahrzeugen: Tanklöschfahrzeug, Vorauslöschfahrzeug und Schlauchkraftwagen, sowie etliches an Geräten. Die Ausrüstungsprobleme waren mit einem Schlag gelöst. 1967 wurde die erste hydraulische Drehleiter Magirus DL 30 h in Dienst gestellt.

Die Jahre 1970 bis 1979
 
1973 mussten bereits über 100 Einsätze jährlich bewältigt werden. Dies war auch das Jahr der Brandstiftungen. So kam es vor, dass in einer Nacht bis zu 7 Brände gemeldet wurden. Auch das Gründungslokal der Feuerwehr, die Gaststätte Böhm, fiel dem Brandstifter zum Opfer. Es brannte dort ein zweites Mal, als ein Filmteam einen Lehrfilm für die bayerischen Feuerwehren drehte. So erlangte das geliebte Vereinslokal der Feuerwehr nochmals traurige Berühmtheit über Jahre in einem Lehrfilm für die Feuerwehren.

1977 war bereits jeder Feuerwehrmann mit einem Funkwecker ausgestattet, sodaß nachts keine Sirene mehr
notwendig war. Auch das Notrufsystem wurde bereits praktiziert. Die Polizei nahm die Notrufmeldungen entgegen und löste den Alarm für die Feuerwehr aus.

Die Jahre 1980 bis 1989
 
160 Mal im Jahr musste bereits ausgerückt werden. Ein historischer Einsatz war 1980 die Demontage der Kirchenglocke an der ehemaligen Bunkerkirche. Ein Großtanklöschfahrzeug (TLF 24/50) konnte 1981 eingeweiht werden.

1983 war wieder einmal ein Jahr der Einsatzvielfalt. Von einer Ente, die im Eis eingefroren war, bis hin zu
einem Bauernhofbrand war alles vertreten. Im Jahre ´84 ging in und um München ein Hagelschauer nieder, den niemand so schnell vergessen sollte. Nachdem tennisballgroße Körner hernieder prasselten (begleitet von einem Sturm), wurde auch die Feuerwehr Geretsried zur Unterstützung nach München Haar beordert.

Die Jahre 1990 bis 1999

1991 - das neue Feuerwehrgerätehaus für Geretsried in der Jeschkenstraße wird bezogen. Auch das BRK eröffnete hier eine neue Zweigstelle. Die Jahre `90 bis `99 waren geprägt von gewaltigen Sturmeinsätzen (z. B. Wibke).

Es musste sich immer mehr auf die technische Hilfeleistung spezialisiert werden, da die Brände nur noch ein
Fünftel der Einsätze ausmachten. Besonders erwähnenswert aus diesem Jahrzehnt ist das Pfingsthochwasser 1999, dass die Feuerwehren des Landkreises auf eine harte Bewährungsprobe stellte. Etwa eine Woche wurde unermüdlich gegen das Hochwasser angekämpft.

Seit dem Jahre 2000

Flutkatastrophe August 2002 im Osten Deutschlands. Auch unsere Feuerwehr wurde zur Hilfe nach Dessau beordert. Unzählbare Sandsäcke mussten befüllt werden um Deiche zu sichern.

Wir sind bereits gespannt, welche Herausforderungen uns zukünftig noch treffen werden, …

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