Atemschutz

Warum gibt es eine Atemschutzgruppe in der Feuerwehr Geretsried?

Bei Bränden entstehen als Nebenprodukt giftige Gase, die für den Menschen gefährlich sind oder sogar zum Tod führen können. Feuerwehrangehörige schützen sich seit vielen Jahren mit sogenantem umluftunabhängigen (schweren) Atemschutz gegen diese Gase. Das Einsatzspektrum reicht hier von PKW-Bränden, Zimmerbränden, Silounfällen, Gasautritten sowie beim Austritt chemischer Stoffe. Der Atemschutz ist daher im modernen Feuerwehrwesen nicht mehr wegzudenken.

Was kann die Atemschutzgruppe der Feuerwehr Geretsried leisten?

Für den Einsatz von schwerem (=umluftunabhängigen) Atemschutz hält die Feuerwehr Geretsried knapp 50 Geräte vor. Genau soviele Geräte wie die Feuerwehr auf ausgebildete Atemschutzgeräteträger zugreifen kann. Unsere Atemschutzgeräteträger - darunter auch vier Atemschutzgeräteträgerinnen - werden durch unsere Atemschutzausbilder aus- und weitergebildet. Auch werden ca. ein bis zwei mal über das Jahr verteilt landkreisweite Atemschutzausbildungslehrgänge für die Feuerwehren aus dem Landkreis durch unsere Atemschutzausbilder durchgeführt. Hierbei stehen u.a. der Umgang mit dem Atemschutzgerät, das Vorgehen in verrauchten Räumen, Brandbekämpfung, Retten und Selbstretten sowie das Vorgehen über Leitern und insbesondere der Drehleiter.

Seit Jahren hat sich hierbei in der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger die vierteilige Modulausbildung bewährt. Das erste Modul beschäftigt sich mit den Grundtätigkeiten des Atemschutzes nach Feuerwehdienstvorschrift 7 (FwDV7) und bildet mit der arbeitsmediznischen Untersuchung G26.3 den Grundstock der Atemschutzausbildung. Im zweiten Modul durchlaufen die frisch ausgebildeten Atemschutzgeräteträger die gasbefeuerte Brandsimulationsanlage der Feuerwehr Traunreut und stellen dabei ihr im ersten Modul erlangtes Wissen unter Beweis. Nachdem sich die Hitze von gasbefeuerten Bränden deutlich von holzbefeuerten Bränden unterscheidet, findet zur Wärmegewöhnung in Modul 3 ein Durchlauf in einer holzbefeuerten Wärmegewöhnungsanlage der Fa. Feurex oder im Brandcontainer der Bayerischen Versicherungkammer statt. Abschließend findet in Modul 4 eine Einweisung in den Umgang und der Benutzung der Drehleiter sowie Vertiefungslehrgänge zum Thema Absturzsicherung bzw. Retten und Selbstretten statt. Eine jährliche Übung in der Atemschutzübungsstrecke in Bad Tölz runden das Programm ab.

Bei Einsätzen, in denen schwerer Atemschutz zum Einsatz kommt, übernehmen nun unsere ausgebildeten Atemschutzgeräteträger die Brandbekämpfung bei Bränden und technischen Hilfeleistung die Aufgabe.

Was steht der Atemschutzgruppe als Material zur Verfügung?

Für den Einsatzdienst stehen den Atemschutzgeräteträgern die Geräte "AirGo" sowie Langzeitatmer der Fa. Auer, Brandschutzkleidung, Bandschlingen für die Eigensicherung und das Retten von Personen, Feuerwehrsicherheitsgurt mit Keilen und Schere, Feuerwehrleinen, das Halligan-Tool (eine spezielle Feuerwehraxt), Sprechfunkgerät, Wärmebildkamera sowie ein Beutel mit einer Fluchthaube sowie ein Rettungstuch zur Verfügung.

Um an größeren Einsätzen alle verfügbaren Atemschutzgeräteträger mit Material ausstatten zu können, nutzt die Feuerwehr Geretsried einen sebstausgebauten Gerätewagen Atemschutz. Der Gerätewagen hält hierfür eine große Anzahl an Atemschutzgeräten und notwendigen Zubehör vor und dient somit als Sammelstelle für den Atemschutzeinsatz.

Der Fachbereich Atemschutz wird geleitet von Hauptlöschmeister Sebastian Wirag, Löschmeister Alexander Strauß und Hauptfeuerwehrmann Georg Schmid.

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